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Mädelsabend! Der Grauen eines jeden Mannes.
Nichts bleibt geheim, jede Kleinigkeit muss erzählt werden. Umso länger der Abend, desto mehr Tatsachen werden auf den Tisch gelegt. Und so ein Abend kann bekanntlich verdammt lang sein!

„Es gibt nichts, was es nicht gibt“ ist so leicht daher gesagt, aber bei den meisten Fällen bzw. Gedanken trifft das sehr wohl zu. Glaubt ihr nicht? Na, dann probiert es doch selbst aus, „Goggle“ hilft euch da sicherlich weiter, auf der Suche nach skurillen Gedanken, bei denen ihr sicher seid, dass sie kein anderer hat. Auch wir mussten diese Erfahrung machen.

Wir haben es mal wieder geschafft uns alle einen Abend frei zu nehmen um mal wieder gemeinsam über die letzten Ereignisse zu tratschen. So trafen wir uns alle bei Zoe, die schon seit längerem eine Erkältung mit sich herum schleppt. „Ich sage euch, wenn das nicht bald aufhört werde ich noch arm. Dieser Taschentuch-Verbrauch kann ich bald nicht mehr finanzieren“, sagt sie, während sie sich die Nase putzt. „Verkauf sie doch“, sagt Jacky lachend. „Ja, klar, Jacky. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur irgendjemand meine verrotzten Taschentücher kaufen möchte“, witzelt Zoe. „Sag das nicht“, ermahne ich Zoe lachend während ich das Fenster öffne um eine Zigarette zu rauchen. Zoe fängt an zu lachen und fragt mich, was sie nicht sagen solle. „Na, dass die Rotztücher niemand kaufen will. Ich wäre mir da nicht so sicher. Meine Lehrerin hat mir mal vor Jahren gesagt: ‚Wenn du eine Idee hast, sei dir sicher, dass sie auch schon jemand anderes hatte.‘ und in den meisten Fällen muss ich ihr da leider zustimmen.“ „Sorry, Mädels“, sagt Zoe kopfschüttelnd, „in diesem Fall kann ich es mir einfach nicht vorstellen.“ „Ich schon“, entgegnet Jacky und kramt in ihrer Handtasche. „Was suchst du?“, frage ich Jacky. „Ich suche mein Handy um Zoe zu beweisen, dass es Abnehmer ihrer benutzten Taschentücher gibt.“ Ich fange an zu lachen: „Na, da bin ich doch mal gespannt!“ Jacky tippt auf ihrem Handy rum und keine Minute später hält sie es triumphierend in die Luft: „Tada, was habe ich gesagt? Es gibt mehr wie nur einen Mann, der um vollgeschniefte Taschentücher bittet“, ruft sie freudestrahlend in die Runde. „Gib mal her“, sagt Zoe ungläubig und streckt ihre Hand nach dem Handy aus. Jacky überreicht es ihr und stellt sich zu mir ans Fenster. „Über was lacht ihr denn?“, fragt Line, die gerade mit einer Kanne Tee für Zoe ins Wohnzimmer kommt. „Zoe hat uns nicht geglaubt, dass es Menschen gibt, die Geld dafür zahlen, um ihre benutzten Taschentücher zu bekommen“, erzählt ihr Jacky stolz, „Und ich habe ihr gerade das Gegenteil bewiesen.“ Line fängt ebenfalls an zu lachen und schaut Zoe an: „Ach, Süße, langsam solltest du echt wissen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Ich denke, allein Jacky hatte es uns in vergangener Zeit oft genug bewiesen.“ „Ich denke, man erlebt es fast täglich, dass man etwas sieht oder hört, was man nicht im entferntesten für Möglich gehalten hätte“, sage ich in die Runde während ich meine Zigarette ausdrücke und mich zu Line und Zoe auf die Couch setze. „Pah, da sagst du aber was“, entgegnet Line und greift nach den Weintrauben auf dem Tisch. „Aha, gibt es was neues bei dir und Joe?“, frage ich vorsichtig. „Quatsch, aber einer meiner Bilder-Schicker hat sich wieder gemeldet“, sagt sie lachend. „Ach, nein, die melden sich noch immer? Ich dachte, dass hätte sich erledigt, nachdem du nun wieder in einer festen Beziehung bist“, sagt Jacky entsetzt. „Und da sind wir wieder beim Thema: Es gibt nichts…“ „… was es nicht gibt“, vervollständigen wir gemeinsam den Satz. „Ne, aber jetzt mal im Ernst, was hat er dir denn diesmal geschickt?“, fragt Zoe interessiert nach. „Es hatte eigentlich ganz harmlos und ziemlich vorhersehbar angefangen“, beginnt Line zu erzählen.

Er hatte gefagt, wann Line denn mal wieder Zeit für ein Treffen hätte. Nachdem Line ihm erklärt hatte, dass sie in nächster Zeit sich nicht mit ihm treffen könnte, weil sie wieder mit Joe zusammen ist, ging sie eigentlich auch davon aus, dass sich die Unterhaltung damit beendet hätte, denn sonst hatten sich die zwei auch nie viel zu erzählen, doch diesmal schrieb er ihr weiter. Erst ziemlich belangslos, wie schade des doch wäre, und ob sie nicht trotzdem Zeit für ihn hätte. Nachdem Line auch dies verneinte, weil sie so eine nicht wäre, die zweigleisig fährt, schrieb er ihr, dass sie aber die einzige wäre, mit der er offen über alles reden könnte und er würde doch so gerne noch so viel ausprobieren.

„Ich war echt völlig verwirrt“, sagte sie in die Runde. „Aber hattest du nicht mal gesagt, dass er noch mehr Mädels am Start hätte wie nur dich“, frage ich Line. „Ja, richtig. Darauf hatte ich dann auch angespielt und hatte ihn gefragt, warum er denn nicht all die Dinge mit den anderen Frauen macht, mit denen er sich sonst so trifft.“ „Und?“, fragt nun Jacky. „Er hatte daraufhin geantwortet, dass er sich nicht trauen würde, die anderen Frauen zu fragen, ob sie des mitmachen würden“, antwortet Line. „Das passt jetzt aber so gar nicht zu dem, was du über ihn erzählt hattest“, sage ich verwundert während ich mich wieder ans Fenster geselle. Jacky steht ebenfalls auf und stellt sich neben mich. „Was hast du daraufhin geschrieben?“, fragt sie Line und zündet sich eine Zigarette an. „Ich habe ihm gesagt, dass man so nicht weiterkommt, weil man schon seine Wünsche äußern muss, sonst können sie nicht erfüllt werden und dass die meisten Frauen, doch eigentlich sehr viel mit machen. Zumindest die Frauen, die ich kenne. Er schrieb dann, dass es aber nix normales sei, was er gerne machen will, woraufhin ich ihm sagte, dass es nix unnormales gäbe.“ „Lass mich raten, das war der Fehler an der Unterhaltung?“, fragte Zoe lachend. „Gut erkannt“, sagte Line ebenfalls lachend, „denn, wie der Teufel es wollte, hatte er mir seine Latte an Wünschen präsentiert und ich wusste wirklich nicht, wie ich darauf reagieren sollte.“ „Oh mein Gott, Line, spann uns doch nicht so auf die Folter“, sage ich völlig aufgeregt. „Jaja“, sagt Line, „An sich sind die meisten Wünsche ziemlich harmlos, so Sachen wie Erniedrigungen, auf den Hintern schlagen und an den Haaren ziehen. Also eigentlich nichts, über was wir nicht schon gesprochen hätten aber dann hat der was rausgehauen, was ich so noch nie von jemandem gehört hatte, was nicht bedeutet, dass ich es noch nie gehört…“ „Line, jetzt sag endlich“, unterbricht Jacky, während sie schon fast agressiv an ihrer Zigarette zieht. Zoe und ich schauen uns an und versuchen ein Lachen zu unterdrücken während Line nach Luft schnappt um im Text fortzufahren: „Schon gut, Jacky, ich sag ja schon. Also, er wünscht sich, einer Frau in den Mund zu pinkeln.“ „Das hat er dir geschrieben?“, fragt Zoe mit offenem Mund. „Ja“, antwortet Line und stellt sich nun auch ans Fenster. Für einen Moment ist vollkommene Stille bis wir alle vier in schallendes Gelächter ausbrechen. „Boah, Line, du hast aber auch ein Talent die schrägen Typen an Land zu ziehen“, pruste ich los. „An sich kann es mir vollkommen egal sein, weil ich meinen Mann habe. Mich hatte es nur so überrascht, weil ich einfach niemanden kenne, der darauf steht. Kennt ihr jemanden? Jacky?“, fragt Line und nickt zu Jacky hinüber. „Warum ich?“, fragt Jacky überrascht. „Na, weil du normalerweise diejenige bist, die von solchen Experimenten berichtet“, antwortet Line. „Dann hätte ich euch sicherlich schon davon erzählt. Ich kenne niemanden und jetzt mal ganz davon abgesehen, lobe ich mir hier das Internet.“ „Wir reden hier von Natursekt und du lobst das Internet? Was läuft denn bei dir falsch?“, frage ich lachend. „So, Mädels, jetzt mal im Ernst, würde irgendeine von uns das machen? Nicht, weil wir darauf stehen sondern vielleicht auch einfach nur aus reiner Neugierde?“, fragt Jacky in die Runde. Wieder Stille, während wir uns alle ungläubig angucken. „Da haben wir es doch. Es würde keine von uns ausprobieren. Aber wir alle kennen Natursektspielchen und sicherlich ist auch jede von uns im Internet in irgendeinerweise darüber gestolpert, woher sonst wüssten wir davon. Andererseits wären wir jetzt völlig überrascht gewesen und hätten es uns nicht vorstellen können. Aber wie wir auch schon festgestellt haben, kennen wir sonst auch Niemanden, der dafür bereit wäre. Auf der anderen Seite wiederum erfreut sich der Natursekt einer regen Community mit verehrenden Anhängern. Im Internet ist einfach alles möglich“, sagt Jacky in die Runde und setzt sich wieder zu Zoe. „Das nenne ich mal eine saubere Ansprache, Jacky“, sage ich lobend und nicke zustimmend. „Na, ist doch so! Wenn wir Abnehmer für Zoes Taschentücher finden, dann wird Lines Typ auch eine Dame finden, die von seinem Urin kosten möchte. Und womöglich sogar kostenlos. Von daher lobe ich mir das Internet, denn alles muss ich auch nicht ausprobieren“, entgegnet Jacky. „Auch wenn wir das kaum glauben möchten“, sagt Line lachend.

Zum Glück hat jeder Mensch seine eigenen Vorlieben, sonst würde es wohl ziemlich schnell langweilig werden und auch wenn wir Frauen so einige Experimente wagen, so müssen wir auch nicht alles probieren. Und bei so mancher Frau liegen die Grenzen bei Schokolade und Sekt, auch wenn dies für so manchen kaum vorstellbar sein mag. Doch dies bedeutet für die Männer dieser Welt nicht die eigenen Grenzen, solange es die grenzenlose Freiheit des World Wide Webs gibt.

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