Mädelsabend! Der Grauen eines jeden Mannes.
Nichts bleibt geheim, jede Kleinigkeit muss erzählt werden. Umso länger der Abend, desto mehr Tatsachen werden auf den Tisch gelegt. Und so ein Abend kann bekanntlich verdammt lang sein!

Der Urknall bedeutet „das plötzliche Explodieren der zum Zeitpunkt der Entstehung des Weltalls extrem dicht zusammengedrängten Materie“ und stammt vom englischen Wort big bang ab wehalb der Urknall auch großer Knall bezeichnet werden kann (Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Urknall). Und genau um so einen „großen Knall“ geht es im Folgenden.

Jacky und ich sitzen gerade in der Küche bei einem Kaffee zusammen als es plötzlich an der Tür Sturm klingelt. Jacky schaut mich erschrocken an: „Erwartest du jemanden?“ Ich schüttel den Kopf und als ich die Tür öffne, steht Line vor mir. „Bist du allein?“, begrüßt sie mich stürmisch. Wieder schüttel ich den Kopf. „Hallo Line“, ruft Jacky aus der Küche. „Auch okay“, antwortet Line und bewegt sich gehetzt in die Küche. Als ich ebenfalls die Küche betrete schaut mich Jacky völlig irritiert an, während Line sich einen Kaffee macht. Ich zucke mit den Schulter, setze mich wieder an meinen Platz und beobachte Line, während ich mir eine Zigarette anzünde. „Mädels, das ist unser letzter gemeinsamer Tag“, beginnt Line, während sie sich zu uns an den Tisch setzt. Jacky räuspert sich: „Ach ja?“ „Ja“, antwortet Line, „ich muss mich ins Ausland absetzen!“ „Hast du eine Bank ausgeraubt?“ Line schüttelt den Kopf. „Du hast dich mit Joe gestritten und jetzt hast du tatsächlich eine Leiche im Keller?“ „So ähnlich“, antwortet Line und starrt in ihren Becher. Jacky und ich schauen uns erschrocken an. „Ähm, Line, was genau ist denn passiert?“, hake ich vorsichtig nach während ich schon Fluchtpläne für Line austüftel. „Mir ist wirklich was schreckliches passiert“, sagt Line vorsichtig. „Line, raus mit der Sprache“, Jacky muss sich sichtlich beherrschen, „ich kotze gleich vor Anspannung!“ „Beruhig dich Jacky“, sage ich vorsichtig, während ich selbst kaum noch Luft vor Aufregung bekomme. Line starrt noch immer in ihren Kaffeebecher. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Schweigens, in der Jacky und ich uns bereits die zweite Zigarette angesteckt haben, rückt Line endlich mit der Sprache raus.

Joe und Line hatten gemeinsam gefrühstückt. Beim Abwasch haben sie angefangen sich zu necken und als Joe Line gekitzelt hatte ist es passiert.

„Ich habe gefurzt!“ Jacky und ich schauen uns verwirrt an. „Ist das dein Ernst, Line? Gefurzt?“, fragt Jacky skeptisch, während ich das Lachen unterdrücke und dümmlich grinsend in meine Tasse schaue. „Jacky, es war ohrenbetäubend!“, gibt Line als Antwort um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Jacky und ich halten es nicht mehr aus. Nachdem wir uns von unserem Lachanfall beruhigt habe und unser Make-Up wieder richten sitzt Line empört uns gegenüber. „Sag mal, Line, musst du nicht selbst lachen?“, frage ich grinsend. „Ich habe meine Schuhe und Jacke geschnappt und bin hier her! Mädels, ich brauche einen Fluchtplan. Ich kann Joe unmöglich wieder unter die Augen treten.“ „Das passiert doch jeder Frau. Wir sind auch nur Menschen, Süße“, versucht Jacky Line zu beruhigen. „Ach ja“, Line schaut erwartungsvoll in die Runde, „ist euch das auch schon passiert?“ Jacky und ich fallen fast vom Stuhl vor Lachen. „Natürlich“, bringe ich laut lachend hervor, während Jacky bereits den Raum verlassen hat um sich zu beruhigen. Nach einigen Minuten verzweifelter Ablenkungsmanövern sitzen wir wieder zu dritt am Tisch. „Also?“, hakt Line hartnäckig nach. Ich schaue Jacky ebenfalls erwartungsvoll an, da ich noch immer versuche einen erneuten Lachkrampf zu unterdrücken. Jacky nickt grinsend.

„Ich war gerade drei Wochen mit Manuel zusammen“, fängt Jacky an zu erzählen. Schon den ganzen Tag fühlte sich Jacky wie ein Luftballon, doch da Manuel ihr nicht von der Seite wich, konnte sie auch nicht lüften. So vergingen die Stunden, bis Manuel und sie abends im Bett lagen und das Vorspiel begann. Während sie miteinander schliefen, packte Manuel sie, um vom Doggy in die Missionars-Stellung zu wechseln. Als er in sie eindringt passierte es: Sie konnte die Luft nicht mehr halten. „Und bei jedem weiteren Stoß kam ein neuer Furz aus mir raus.“

„Hat er nichts gemerkt?“, fragt Line entrüstet. „Nein, ich glaube, er dachte es waren Vaginalfürze!“, lacht Jacky, „Und ich habe Gott hundert Mal gedankt, dass er mich nicht gerade geleckt hat.“ Ich fange pruste los: „Hast du ihm das jemals erzählt?“ „Natürlich nicht!“ Nun muss auch Line anfangen zu lachen: „Beim Sex!“ Nach einigen Minuen schallendes Gelächters bin nun ich an der Reihe.

„Ihr erinnert euch noch an Luke? Es war gerade die vierte Nacht, die wir gemeinsam verbrachten“, beginne ich mit meiner Erzählung. Luke war über Nacht bei mir. Zu der Zeit hatte ich noch ein Einzelbett, da wir jedoch frisch verliebt waren, stellte dies kein Problem dar. Wir schliefen eh die ganze Nacht Arm in Arm in Löffelchen-Stellung. Luke ist also bei mir und nachdem wir Sex hatten, drehte ich ihm den Rücken zu, damit er mich in den Arm nehmen konnte, was er auch tat. Ich schlief ein, doch noch bevor ich in den Tiefschlaf sinken konnte, wachte ich von einem ohrenbetäubenden Schmatz-Furz-Geräusch auf. „Mir blieb das Herz stehen, Mädels. Ich hatte bis dahin noch nie so einen widerlichen und noch dazu lauten Furz gehört.“ Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, stellte ich fest, dass ich mich schalfend stellen musste. Gedacht, getan: Ich schloss die Augen. Da merkte ich, dass Luke überhaupt nicht schlief. Er nahm den Arm von mir, drehte mir den Rücken zu und drückte sich so weit wie möglich an die Wand. „Ihr wisst nicht, wie schwer es war, einen Lachanfall zu unterdrücken und mich gleichzeitig schlafend zu stellen. Aber die Vorstellung, dass ich, noch feucht vom Sex zuvor, einen so widerlichen Furz direkt zwischen die Beine meines neuen Freundes abgelassen hatte, finde ich noch heute zum schreien komisch!“, beende ich lachend meine Furz-Männer-Erfahrung.

„Und das beste, Line: Er hatte mich nicht verlassen!“, sagte ich lächelnd zu Line. „Manuel hatte mich auch nicht verlassen“, stimmte Jacky nickend zu, als Lines Telefon klingelte. „Es ist Joe!“, sagte sie glücklich.

Wie die Wisschenschaft bereits heraus gefunden hatte, steckt hinter dem Urknall die Entstehung von etwas Neuem. Solange man gemeinsam lachen kann, kann es nicht schlimm gewesen sein und so ein „großer Knall“ kann auch das Band zwischen zwei Menschen stärken; Solange es nicht ausnahmslos aus Gasen besteht.

Advertisements