Mädelsabend! Der Grauen eines jeden Mannes.
Nichts bleibt geheim, jede Kleinigkeit muss erzählt werden. Umso länger der Abend, desto mehr Tatsachen werden auf den Tisch gelegt. Und so ein Abend kann bekanntlich verdammt lang sein!

Sonnenschein, Temperaturen über 20°C, der Frühling hat begonnen und es zieht alle Menschen auf die Straße. Auch uns. Line und ich saßen im Straßencafé und plauderten mal wieder ein bisschen über unsere Männer.

„Sag mal, Steffi, sind wir Schlampen?“ „Bitte, was? Wie kommst du auf so was?“ Line schüttelt den Kopf und erzählte mir, dass sie sich vor kurzem mit Joe unterhalten hatte und dabei irgendwie das „Schlampen“-Gefühl bekommen hatte. „Aber was hat er denn gesagt gehabt, dass du so was von dir denkst?“ „Naja, weißt du, irgendwie hatten wir es über außergewöhnliche Orte und dann fängt er an so Orte aufzuzählen wie zum Beispiel Auto, Schwimmbad, Wald und so. Und ich hatte mich das ganze Gespräch über gefragt, was an diesen Orten denn so besonders ist. Steffi, bitte, findest du an diesen Orten was besonderes?“ „Naja, eigentlich nicht, aber hast du dir mal Gedanken darüber gemacht, warum Joe das besonders findet? Oder hast du ihn vielleicht mal gefragt?“ „Nee, wie hätte ich das denn fragen sollen? Es gibt mir einfach nur immer mehr das Gefühl, eine Schlampe zu sein. Immerhin scheint es, als ob ich zehn mal mehr Erfahrung habe als er, dabei hat er doch angeblich schon so viele Mädels gehabt.“ „Line, ich meine eher, dass er in keinster Weise die Erfahrungen hat, die wir oder vielmehr du von ihm erwartet hast. Und das haben wir jetzt schon so oft festgestellt.“ „Aber Steffi, jetzt mal im Ernst, wenn dein Freund so mit dir über solche Themen reden würde, wie würdest du dich denn fühlen?“ „Ich weiß, dass ich keine Schlampe bin und nur weil ich hier und da meine Erfahrungen gesammelt habe, ändert sich daran auch nix. Und was ist so schlimm daran, mehr Erfahrungen zu haben als sein Partner?“ „Ich weiß es nicht. Aber ich fühle mich halt blöd dabei. Für ihn ist es vielleicht voll der Kick, während ich mich zu Tode langweile, weil ich das alles schon gemacht hab.“ „Wer sagt denn, dass du dich dabei langweilst? Der Reiz an ungewöhnlichen Orten ist ja nicht, dass man es einmal gemacht hat, sondern dass die Umstände immer anders sind.“ Line schaute mich skeptisch an. „Guck doch nicht so. Das ist mein Ernst. Nur weil du einmal in einem Auto gepoppt hast, kann es trotzdem beim nächsten Mal wieder komplett anders sein. Das Auto steht an einem anderen Platz, die Uhrzeit ist anders. Die Gefahr gesehen zu werden ändert sich von Situation zu Situation. Oder bist du da anderer Meinung?“ „Nein du hast schon Recht. Von der Seite habe ich des auch nicht gesehen.“ „Deshalb verstehe ich nicht, warum du Joe diesen Wunsch nicht erfüllen willst. Außerdem können solche Aktionen auch verdammt lustig sein.“ „Lustig? Was hast du denn wieder angestellt?“ „Nichts hab ich angestellt. Nur ein bisschen Spaß gehabt“, fing ich an und so erzählte ich Line von meinem letzten Erlebnis bezüglich Sex im Auto. „Naja, und da mein Auspuff immernoch nicht wirklich repariert ist, quietschte mein Auto die ganze Zeit. Und auch die Scheiben beschlugen nicht, da es draußen viel zu warm war. Und als wir so richtig dabei waren, guckte ich durch die Heckscheibe und sah so einen Typen anrennen. Naja, mein Freund hat mich dann zumindest ein bisschen mit seiner Jacke zugedeckt, während der Typ schnell in das Auto neben uns einstieg und weg fuhr. Naja, wie viel danach noch gelaufen ist, kannst du dir ja vorstellen, oder?“ „Oh mein Gott, ich wäre im Erdboden versinken.“ Ich fing an zu lachen. „Nein, ach was. Man lacht darüber. Warum sollte ich mich schämen? Ich war ja nicht allein.“

Was bringen Erfahrungen, wenn der Spaß fehlt. Mädels, traut euch was. Nicht alles was langweilig scheint, ist es auch und hey, wenn mal was nicht klappt kann man ja immernoch darüber lachen, oder?

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