Mädelsabend! Der Grauen eines jeden Mannes.
Nichts bleibt geheim, jede Kleinigkeit muss erzählt werden. Umso länger der Abend, desto mehr Tatsachen werden auf den Tisch gelegt. Und so ein Abend kann bekanntlich verdammt lang sein!

Nachdem Zoe uns nun über die „neuen“ Männer aufgeklärt hatte, achteten wir nun viel mehr auf Veränderungen. Beim Mädelsabend mit Sekt und anderen Leckereien werden die neuen Erkenntnisse ausgetauscht.

„Wisst ihr, was mir tierisch auf dir Nerven geht?“, schmeißt Jacky in die Runde. „Was denn?“, antwortet Zoe während Line die leeren Gläser wieder füllt. „Kennt ihr diese schrecklichen Verniedlichungen und Verharmlosungen?“ „Kosenamen?“, frage ich unsicher. Jacky schüttelt den Kopf: „Wenn es nur Kosenamen wären. Ich meine Namen für unsere Geschlechter, für Dinge die man tut.“ Line schmunzelt: „Muschi sucht Whiskas!“ Während alle lachen nickt Jacky zustimmend und nimmt einen großen Schluck aus ihrem Glas. „Aber warum nervt dich das so? Stört euch das? Also ich benutze Muschi recht oft“, frägt Zoe in die Runde. „Ja, Zoe, du hast schon Recht, aber Muschi ist mittlerweile auch Umgangssprache geworden. Mich würde es nicht wundern, wenn sie sogar im Duden steht.“ „Aber?“ „Aber was?“, guckt Jacky verdutzt, „warum müssen wir alles so verniedlichen. Wenn das Kinder machen, naja gut, da sag ich ja schon nix. Aber wir sind erwachsen, falls es noch keinem aufgefallen sein sollte und wir können doch normal über unsere Geschlechter reden, oder sehe ich das falsch?“ „Nein, ich stimme dir zu, aber ich kann gerade nicht folgen, in welchem Zusammenhang du das meinst“, entgegne ich.

Jacky beginnt, ihre neuen Erlebnisse zu erzählen, damit auch wir endlich den Zusammenhang verstehen können: Sie hat mal wieder in einem Club einen Typen aufgerissen. Bevor sie die Story von Zoe gehört hatte, hätte sie schwören können, dass es mal wieder ein typischer „Assi“ ist, mit dem sie Spaß haben kann; Mehr aber auch nicht. Doch sie wurde, was ein Wunder, von einem Besseren belehrt. Denn dieser „Assi-Typ“ verniedlichte und verharmloste alles und das, für Jacky erschreckende daran, während er versuchte sie heiß zu machen. Er sprach nicht von ihrer Muschi oder Fotze, was sie jedoch gerne gehört hätte, denn Kosenamen wie Schlitzi, Mimi oder Lulu machen nicht unbedingt an und lassen nicht unbedingt mehr erahnen. Außerdem wurde ihr schnell bewusst, dass es nicht bei den Geschlechtsorganen bleiben sollte. Nein, denn heutzutage wird auch nicht mehr gefickt oder gevögelt. Nein, heute schläft man miteinander oder macht Liebe.

„Vielleicht bin ich diesmal wirklich an den Falschen geraten, aber seit wann redet Mann mit uns Frauen so? Seit wann fasst man einen One-Night-Stand so an? Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen Männern voller Lust einem Tatsachen, wie beispielsweise ,Ich will deine Fotze lecken’ oder ,Ich fick dich bis zur Besinnungslosigkeit’, ins Ohr geflüstert haben. Heute bekommen wir nur noch Fragen: Darf ich? Willst du? Seit wann packen uns die Männer nicht mehr und schlagen uns auf den Arsch? Ich dachte, Joe wäre da eine Ausnahme gewesen. Anscheinend habe ich mich da getäuscht!“, sagt Jacky und leert das nächste Glas.

„Oh mein Gott, Jacky, mir fehlen die Worte“, sage ich und gucke in die Runde. Line fängt vor Schadenfreude an zu lachen: „Tja, Jacky, jetzt bist du mal dran.“ „Naja, keiner sagt, dass ich ihn wieder sehen muss.“ „Aber ich habe es euch gesagt. Hier läuft wirklich etwas schief!“, wirft Zoe in die Runde, „Auf der anderen Seite frage ich mich, wie hart wir wirklich rangenommen werden wollen.“ „Was ist das für eine Frage?“, frage ich irritiert. Jacky schaut Zoe entgeistert an und auch Line ist verwirrt. „Mäuschen, soll ich dir mal den Typen vorstellen? Danach bist du dir sicher, wie hart du rangenommen werden möchtest“, antwortet Jacky. „Nein, im Ernst“, sagt Zoe, „ich bin ja eurer Meinung, aber seit meinem letzten Mal frage ich mich, ob es etwas ruhiger vielleicht angenehmer wäre.“ „Konntest du nicht mehr laufen oder was?“, frage ich und fange an zu lachen, „Erst wenn du am nächsten Tag den Sex immer noch spürst, weißt du, dass es gut war.“ „Du hast gut Reden. Hast du schon mal Wichse im Genick gehabt?“, frägt Zoe und widmet sich ihrem Glas. Schallendes Gelächter am Tisch. „Wie fickt man jemandem ins Genick?“, frägt Jacky, die sich kaum noch halten kann vor lachen. „Ja, lacht nur. Im Nachhinein finde ich es ja auch lustig. In dem Moment aber nicht. Vor allem nicht, wenn man damit nicht rechnet.“ „Ja, jetzt erzähl doch endlich mal, was passiert ist“, fordere ich Zoe auf.

„Schon gut, schon gut. Also: Er hat mich halt so richtig rangenommen. So, wie ihr euch das vielleicht wünscht. Blöd nur, dass er beim finalen Stoß rausgerutscht ist, sein Schwanz sich wie eine Flinte zwischen meine Arschbacken gelegt hat und der Schuss direkt im Genick gelandet ist!“ Wir können uns vor lachen nicht mehr halten. Line rennt in die Küche, um ihren Sekt wieder auszuspucken, während Jacky und ich mit den Tränen kämpfen. Aus der Küche zurückkommend ruft Line:“ Zoe, erzähl so was nie mehr, wenn ich trinke. Nie mehr!“

Schlagt uns auf den Arsch, Cowboys, und zeigt uns wie ihr schießt. Doch vergesst nicht, in Schwarze zu treffen!

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