Mädelsabend! Der Grauen eines jeden Mannes.
Nichts bleibt geheim, jede Kleinigkeit muss erzählt werden. Umso länger der Abend, desto mehr Tatsachen werden auf den Tisch gelegt. Und so ein Abend kann bekanntlich verdammt lang sein!

Freitagabend: Musikpark mit Line, ihrem Freund Joe und seinen Kumpels. Line und ihr Freund Joe haben das erste Mal nach Ewigkeiten (es sah schon hoffnungslos aus) miteinander geschlafen und nachdem ich diese Information von Joe erhalten hatte, brannten mir so viele Fragen unter den Nägeln. Ich konnte nicht anders als: „Line? Erzähl! Wie war’s?“ Sie drehte sich um und nachdem wir uns ein paar Schritte von der Gruppe entfernt hatten, mein Blick immernoch fragend, brach sie in absolutes Gelächter aus. „Line? Hallo?“ „Oh mein Gott, Steffi!“

Das ist eine Ansage. Wird bei uns ein Satz mit „Oh mein Gott!“ angefangen, kann es nur interessant werden.

Nach mehreren Minuten unaufhaltsamen Lachen, was so ansteckend war wie eine Grippe, holte sie tief Luft und schüttelte den Kopf. „Ich kann es dir nicht erzählen.“ „Doch! Jetzt erst recht!“ Ich war so neugierig und sie schüttelte einfach immernoch den Kopf und grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd. Nach einem kurzen Blick zu Joe erklärte sie mir, dass wir später reden.

Okay! Ich hatte das Gefühl, der Abend will nicht enden!

Da kam ER. „Mein“ Eishockeyspieler. Sein Name ist Kevin. Breite Schultern und purer Sex von Kopf bis Fuß. Er war schon seit längerer Zeit mein Flirt und jetzt stand er vor mir. Küsschen links und rechts. Er hielt mich im Arm und ich hatte das Gefühl, die ganze Welt sei verschwunden. Doch so schnell das Gefühl kam, war es auch wieder weg. „Kommst du mit in den Schlagerraum?“, hauchte er mir ins Ohr und nach einem leichten Biss in mein Ohrläppchen und einem Kopfschütteln von mir, war er auch schon wieder weg. Damn, ich hätte mir mal wieder in den Arsch beißen können.

4:oo Uhr.

Der Musikpark leerte sich und wir machten uns auch auf den Heimweg. Vor Lines Haustür angekommen, mussten wir natürlich unbedingt noch eine Kippe rauchen und erzählen.

Wir saßen also rauchend im Auto. Unser Thema…? Joe! Kurzes Augenrollen kombiniert mit einem breiten Grinsen, so begann Lines Antwort.
„Oh mein Gott, Steffi. Was soll ich sagen?“
„Wie es war!“
„Also, ähm, ja, es war gut. Nicht aufregend, nichts besonderes.“
„Da hat mir Joe aber was ganz anderes erzählt!“ Line warf mir einen fragenden Blick rüber. „Naja, er hat mir erzählt, dass ihr erst voll vorsichtig und so wart, doch als er dann merkte, dass du es auch willst, muss es bei euch heiß hergegangen sein. Seine Worte waren, glaube ich, >>wild und hemmungslos<<!“
Und es startete ein erneuter Lachanfall. „Wild und hemmungslos? Aber nicht gestern Nacht!“
„Dann erzähl‘ halt mal, was bei euch so abging!“
„Steffi, es ging nichts ab. Und es war sicherlich nicht wild. So toll wie wir dachten, dass Joe ist, ist er nicht. Wie soll ich dir das erklären? Er hat nichts!“
„Wie, er hat nichts?“
Line versuchte mir mit Daumen und Zeigefinger die Größe seines Mannes zu zeigen. „Damn!“ Mir fiel nichts Besseres ein. Ich bin schlecht im Abschätzen von Größen, aber das sah verdammt klein aus. „Aber es kommt doch nicht nur auf die Größe an.“
„Aber er ist nicht nur klein sondern auch noch dünn!“
„Oh!“ nun fehlten mir völlig die Worte.
„Oh mein Gott. Ich habe einfach nichts gespürt. Wild und hemmungslos? Nee, Blümchensex!“
„Was? Das hat sich bei ihm aber ganz und gar nicht nach Blümchensex angehört.“
„Also was er sich unter wilden Sex vorstellt würde ich gerne mal wissen. Er lag einfach die ganze Zeit auf mir und hat mich gerammelt wie so ein Hengst und das war’s! Und ich habe noch nicht einmal was dabei gespürt! Wilder Sex ist echt was anderes!!!“
„Oh Scheiße. Naja, vielleicht war es jetzt einfach nur so, weil es das erste Mal war und er nicht wusste, wie weit er gehen kann. Vielleicht wollte er dich einfach nicht überfordern!?“
„Hmm, vielleicht. Ich werde es beim nächsten Mal sehen.“

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